Das Abnehmen und gesunde Leben ist eine Suche

5:34 Uhr. Ich weiß nicht, wie oft ich wach wurde. Ich weiß nur, dass es sehr oft gewesen sein muss. Auch wenn Marie schon ein Jahr zählt, sind wir wohl noch weit davon entfernt, dass wir durchschlafen. Tatsächlich habe ich vergessen, wie es ist, länger als vier Stunden durch zu schlafen. „Es ist toll!“, sagte meine Schwester letztens, als ich ihr davon erzählte. Nun gut, das Vergessen hilft dabei, nun trotzdem aufzustehen. Ich muss. Ich will. Ich habe keine andere Wahl. Müde wasche ich mich, bete und sitze 10 Minuten später am Rechner. Ich lausche in die Stille, warte darauf, das mein gerade aufgesetzter Espressokocher loslegt, das Wasser durch das schmale Metallrohr durch den leckeren Espresso zu drücken, um ihn schließlich frisch gebrüht in die warme Milch meines großen Kaffeebechers zu gießen. Ich starre auf den Bildschirm, nippe an der Tasse und warte darauf, dass der Koffein sich seinen Weg in meine Gehirnwindungen bahnt. Wach werden. Also so richtig wach, dass das Denken beginnen kann. „Sei produktiv.“, versuche ich mir zu sagen. Das ist Irrsinn. So funktioniert das nicht. „Okay, dann lass dich inspirieren.“ Ich fange an im Internet zu surfen. 10 Minuten später setzt sie ein, die Produktivität und ich lege los, an den gefühlt 10 Projekten gleichzeitig zu arbeiten.

7:46 Uhr. Das Babyphone meldet sich. Neuerdings setzt sich Marie im Bett hin, wenn sie genug geschlafen hat. Goldig. Dann schaut sie gebannt zur Tür, während ich aufstehe und wie Marie es erwartet, die Schlafzimmertür öffne. Dann unterhalten wir uns kurz. „Guten Morgen, mein Schatz.“ Marie: „Hm.“, in einem besonders hilflos anmutenden Ton. „Hast du gut geschlafen?“ Marie: „Hm.“, wieder im gleichen Ton. So geht es weiter, bis ich die Hände nach ihr ausstrecke, sie mir die ihre freudig entgegen streckt und ich sie auf den Arm zum Wickeltisch bringe. Frühstück wird vorbereitet, das große Ki*, ähm Entschuldigung, der Ehemann wird geweckt und selbst angezogen (also ich, nicht ich den Ehemann!). Um ca. halb neun sind wir mit dem Morgen fertig. Zum Frühstück gibt es derzeit vor allem Ei und Brötchen für die Eltern und der geliebte Getreidebrei für das Kind. Dann geht der Mann zur Arbeit und die Frau macht Haushalt, wahlweise Sport oder geht mit dem Kind auf den Spielplatz. Sobald mein Mann nach Hause kommt, ziehe ich mich zurück und er spielt mit Marie. Das Abendessen steht zu 90% auf dem Tisch, wenn mein Mann nach Hause kommt. Das geht nicht anders, da Marie am Abend nicht lange durchhält und schließlich ins Bett muss.


So möge ich doch einmal – vor allem für mich – aufzählen, was ich aktuell alles so betreibe:

  • Ich habe als Co Autorin ganz aktuell ein Buch veröffentlicht.
  • Meine Promotion hat gerade angefangen
  • Ich betreibe einen Blog (inklusive Videos)
  • Ein Lehrauftrag steht an, ist aber noch unsicher, ob sich der Kurs füllt
  • Verschiedene Kongresse mit sogenannten „Call for Papers“ stehen auf dem Zettel
  • Ich habe die Ehre einen Vortrag bei einem Imaan Wochenende der MJD zu halten
  • Weiterhin jeden Tag darauf achten, gesund zu essen, damit ich die Ernährungsumstellung durchhalte!
  • Regelmäßig Sport, mindestens dreimal die Woche

 

Die beiden letzteren Stichpunkte stehen mit Ausrufezeichen, da immer diese beiden Sachen zuerst leiden, wenn etwas nicht so läuft wie frau es sich vorstellt. Oder wenn die anderen Stichpunkte solch eine Überhand gewinnen und einen so ausfüllen, dass die letzten beiden Aspekte in Vergessenheit geraten oder gar überflüssig erscheinen. Dabei sind diese beiden Dinge eigentlich mein Motor. Mein physischer Motor. Seelisch ist es definitv Gott, aber physisch ist es gesundes Essen und ausreichend Bewegung. Also eigentlich rahmen diese beiden Aspekte alle anderen ein, schließlich ermöglicht mir erst die gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung, dass ich so viele Dinge trotz Mutterschaft und Haushalt, bewältigen kann.

Warum erzähle ich das alles? Ich bin selbst baff, wenn ich auf diese lange Liste schaue, hin und wieder auch etwas gefrustet, aber doch schon positiv gestimmt, dass ich es schon alles unter einen Hut (oder Tuch) bekomme. Wenn ich dann und wann an früher denke, an die Zeit ohne Kind, frage ich mich: wie um alles in der Welt gelingt mir das alles. Vor allem, da ich seit einem Jahr unter permanenten Schlafmangel leide? Früher wurde ich regelmäßig krank, wenn ich nicht zu genügend Schlaf kam. Mir wird jedoch langsam klar, warum. Es ist das gesündere Essen und die ausreichende Bewegung. Es klingt so banal, aber ich bin mittlerweile echt überzeugt davon. Dabei höre ich jedoch sensibel in mich hinein, wenn ich eine besonders anstrengende Nacht hinter mir habe. Dann laufe ich keine 6 KM, sondern mache Fitness zu Hause oder verschiebe meine Sporteinheiten auf andere Tage die Woche. Es scheint so banal, aber es ist ebenso genial. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Konsequenz. Es ist einfach, ein paar Tage gesund zu kochen, gesund zu essen und ein bisschen Sport zu treiben. Es jedoch über mehrere Wochen und Monate durchzuhalten, das ist die wahre Herausforderung, der ich mich jeden Tag aus Neue, auch jetzt nach mittlerweile 9 Monaten stellen muss.


Das Abnehmen und gesunde Leben ist eine Suche

Abnehmen zu wollen war der Grund, warum ich mit dem Kampfsport anfing. Kickboxen schien mir dabei äußerst effektiv, da in kurzer Zeit sämtliche Muskelgruppen hinsichtlich Ausdauer und Kraft trainiert wurden. Doch eigentlich habe ich es erst jetzt, 17 Jahre später es so wirklich geschafft. Dabei ist mir eines klar geworden. Das Abnehmen, oder wie ich persönlich zu dem Körper gelange, in dem ich mich wohlfühle, beginnt mit einer Suche. Der Suche, was ich konkret brauche, um abnehmen zu können. Für die einen sind es spezielle Abnehmprogramme oder Hilfe von außen. Nein, das war nichts für mich. Ich habe es ausprobiert und festgestellt, dass es nichts für mich ist. Und genau das meine ich. Der erste Schritt ist der Entschluß, der zweite ist das Ausprobieren. Die Schlüsseleigenschaft ist dabei das Durchhalten. Ich glaube, das erfolgreiche Abnehmen, das gesunde Leben beginnt mit einer Suche, bis frau ihr eigenes individuelles Konzept gefunden hat, dass im Alltag möglich ist.

„Hör niemals auf, dein Leben umzukrempeln. Auch wenn du hinfällst, fang immer wieder an, auch wenn es zwischenzeitlich so aussieht, als würdest du aufgeben. Du gibst erst auf, wenn du aufhörst, es zu ändern!“

 

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